Theatertrunken nach dem Wunschpunsch

"Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" von Michael Ende ist ein Kinderbuch, das man wirklich und unbedingt gelesen haben sollte. Als Kind, als Jugendlicher und als Erwachsener. Denn selten erlebt der Plot eines Zaubermärchens zum Ende hin einen Twist, der zugleich so raffiniert und aktuell scheint.

Die Handlung spielt zu Silvester von fünf Uhr bis Mitternacht. Der Schwarzmagier Beelzebub Irrwitzer und die Geldhexe Tyrannja Vamperl haben ihre Verpflichtungen an bösen Taten nicht erfüllt und müssen nun damit rechnen, vom Teufel geholt zu werden. Um sich zu retten, mixen sie gemeinsam ein fürchterliches Gebräu, um bis Mitternacht möglichst viele Katastrophen auszulösen. Allein der Kater Maurizio und der Rabe Jakob, beide Spione des „Hohen Rates der Tiere“, erfahren davon und versuchen, das Unglück abzuwenden.

Am Vormittag des 30. Novembers besuchten wir mit unseren fünf 5. Klassen die Aufführung des Theaters Osnabrück und waren zu gleichen Teilen begeistert und beunruhigt. Denn der Inszenierung gelang es wunderbar, die Balance zwischen Unterhaltung und politischem Fingerzeig zu präsentieren. Zwischen den amüsanten, weil doppeldeutigen Dialogen und explosiven Arrangements drehte sich die Handlung wie eine Uhr auf den immer dramatischer scheinenden Höhepunkt. Und wurde damit zum Spiegelbild unserer realen Gegenwart.

Nach der Rückkehr an die Schule und einem Punsch in der Mensa, für den wir uns ganz herzlich bei dem Team um Elke und Silke aus der Küche bedanken, versuchten sich die Kinder an eigenen Zaubersprüchen und magischen Reimen. Wenigstens zwei besonders schöne Ergebnisse aus der Klasse 5S1 seien hier zitiert:

Mathilda:
Die Umwelt ist das Hab und Gut,
und in Gefahr, das ist nicht gut.


Enrico:

Stirbt die Mücke und die Made,
hilft auch nicht mehr Schokolade.