Foto: Uwe Lewandowski

Zum Theaterbesuch der 5. Klassen

Eine besondere Tradition unseres Gymnasiums füllten am 2. und 3. Dezember unsere sechs fünften Klassen mit Leben. Sie besuchten eine Vorstellung im Theater am Domhof in Osnabrück. Toll vorbereitet von Frau Olsen, fuhren unsere Schülerinnen und Schüler mit dem Zug in die Friedensstadt, um dort eine verrückt postmoderne Adaption des Grimmschen Märchens von „Aschenputtel“ zu erleben. Erzählt wurde die Geschichte eines Mädchens, das den ganzen Tag von ihrer Stiefmutter und der Stiefschwester Isolde drangsaliert wird. Versteckt in den Ästen eines alten knöchernen Baumes, den ihr die Mutter geschenkt hatte, wächst sie zu einem selbstbewussten und engagierten Menschen heran. Und das vor dem Hintergrund eines sterbenden Waldes, einer bornierten, weil karriereorientierten Bürgerlichkeit und absurd verkehrten Geschlechterrollen. Überhaupt lud diese Inszenierung zum Lachen und Staunen und Nachdenken ein. So wurden die Rollen der Stiefmutter und der Stiefschwester von männlichen Akteuren gespielt, erinnerte der Haushofmeister und spätere Waldmeister an den absolutistischen König Ludwig XIV., zitierte Prinz Nikodemus in seiner musikalischen Einführung die Hymne „Kiss“ des amerikanischen Superstars Prince, wandelte Aschenputtel eines der berühmtesten Zitate des Märchens charmant um: „Die Asche ins Kröpfchen, das Salz ins Töpfchen. Aber nicht mit mir, meine Damen … ich hab Köpfchen!“

Für unsere Kinder war das ein besonders schönes, weil inspirierendes und zugleich begeisterndes Erlebnis! Es öffnete poetisch die Augen für den Zauber der Märchenwelt und für die beunruhigenden Fragen unserer Gegenwart.

Fotos: Uwe Lewandowski