Bibliothek

Ein Ort der Stille 
Und trotzdem erlebst du Abenteuer mit Drachen, Hexen und Zauberern?
Und findest vielfältige Fachliteratur?

Leise Stimmen? Blätterrascheln? Wo soll das sein?

Die Blätter sind in unzähligen Büchern, die hier in der Bibliothek warten, um Seite für Seite von dir entdeckt zu werden. „Harry Potter“, „Tintenherz“ und „Die Tribute von Panem“ locken mit Fantasy und Action. Geschichten von Freundschaft, wie „Percy Jackson“, „Die wilden Hühner“ und „Ostwind“, oder doch lieber „Gregs Tagebücher“, weil du Comics magst und gerne lachst?
Hier kannst du dich mit deinen Freunden austauschen und vielfältige Unterstützung für den Unterricht finden. Wörterbücher, Sachbücher oder eine Formelsammlung, aber auch wissenschaftliche Bände stehen dir zur Seite, wenn du Hilfe für die Hausaufgaben suchst.

Bereits die fünften Klassen erkunden erstmals die Bibliothek. Hierzu gehört nicht nur ein Quiz, bei dem die Schülerinnen und Schüler die hiesigen Räumlichkeiten und Angebote besser kennen lernen, sondern auch eine erste Einweisung in die Bibliotheksarbeit. Später werden im Rahmen der Bibliothekstage die Arbeit in der Bibliothek und die selbstständige Recherche zu einem Thema wiederholt und vertieft.

Lass dich also anstecken von dem sympathischen Virus ‚Buch‘, der bei manchen Schülerinnen und Schülern schon das Lesefieber ausgelöst hat. Vielleicht kommst du einfach mal in der Schulbibliothek vorbei? Die Öffnungszeiten findest du an der Tür zum Raum 111. Frau Lübeck freut sich auf dich und hilft gerne, falls du Fragen hast. Frau Placke, die die Bibliothek leitet und neue Bücher bestellt, freut sich zudem über Vorschläge für Neuanschaffungen.
Die Bibliotheksordnung findest du hier.
Gisela Placke
 
 
 

Wie im Urlaub! – Lesepicknick der Lesescout AG

 
An nur einem Nachmittag durch Großbritannien, Italien, Japan und Ecuador reisen?
Was sich unmöglich anhört, gelang den zahlreichen Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 5, die am Donnerstag, den 07.06.2018 bei bestem Badewetter am Lesepicknick auf dem Schulhof des Gymnasiums Melle teilnahmen. Unter dem Motto „Reise um die Welt“ benötigten sie hierfür jedoch kein Flugzeug, sondern lediglich ihre Phantasie.
Unsere Lesescouts lasen spannende und lustige Geschichten aus aller Welt vor und präsentierten dazu landestypische Spiele sowie liebevoll vorbereitete Knabbereien. Vor allem das Eis aus Italien überzeugte bei den heißen Temperaturen.
Mal schauen, wohin die Reise im nächsten Jahr geht...

Aufspringen, durchhalten oder abrutschen und gefasst werden?
Dirk Reinhardt gibt Einblicke in seinen Roman Train Kids

Fünf Jugendliche treten die fast unmögliche Reise durch Mexiko an, sich auf den Dächern der Güterzüge auf einer gut 2500 km langen Fahrt in das gelobte Land, die USA, als Flüchtlinge durchzuschlagen. Zahlreiche Widerstände, lebensbedrohliche Gefahren müssen sie überwinden:Flussüberquerungen mit Schleppern, Razzien durch die Polizei, Überfälle durch Bandidos oder das todbringende Abrutschen unter den fahrenden Güterzug. Dass diese Geschichte Abenteuer pur und nur mit echter Freundschaft gemeistert werden kann, empfanden die Schüler schnell aus den  Erzählungen und den gelesenen Passagen aus dem Buch. Dass diese Geschichten aber auch wahr sind und Dirk Reinhardt sie selbst auf seinen Reisen durch Mexiko erlebt hat, ließ die Schüler ganz gebannt werden. Zwischen 50.000 und 100.000 Jugendliche aus Mittelamerika versuchen jedes Jahr Mexiko zu durchqueren, um ihre Mütter in den USA zu finden, die als Arbeitsmigranten ihre Familien verlassen mussten. Nur jeder vierte schafft den Weg und so gibt es mehrere tausend Todesfälle jedes Jahr. Kein Wunder also, dass die UN-Flüchtlingshilfe schreibt: »Ein äußerst spannender Jugendroman, den man kaum weglegen kann - auch weil er durch die Diskussion um die politischen Entscheidungen in den USA so aktuell ist.«

In der anschließenden Fragerunde ging es dann auch um Reinhardts gefährliche Reise, aber natürlich auch um alles, was den Beruf des Autoren betrifft. Denn endlich konnte man mal ganz konkret mit einem Autoren hinter die Kulissen blicken, sodass für die Schüler viele Fragen drängten und sie den jeweils 90 Minuten der zwei Lesungen gespannt folgten.

Dagmar Olsen

 

 


„Du sollst leben!“ – Sally Perel erinnert und mahnt
Einer der letzten Zeitzeugen der Jahre 1933 bis 1945 laß am 15.05.2017 am Gymnasium Melle
1925 in Peine als Salomon Perel, als Deutscher mit jüdischer Religionszugehörigkeit geboren, heute als Staatsbürger in Israel lebend, ist der ehemalige „Hitlerjunge Salomon“ auch in diesem Jahr auf Lesereise in seinem Mutterland unterwegs und machte am Montag (15.05.) Station in Melle. Vor vollbesetzten Stuhlreihen im neuen Großen Foyer des Gymnasiums wandte sich Sally Perel mit sehr eindringlichen Worten an die heutige Jugend. Zum einen gelte es, die geschichtlichen Tatsachen der NS-Diktatur und ihrer Verbrechen nicht zu vergessen und immer wieder zu erinnern, zum anderen mahnte der Gast seine jungen Zuhörer eindringlich vor den heutigen rassistischen und antisemitischen Parolen, vor den frechen Kundgebungen von Neonazis, auf denen auch immer unverhohlener der Holocaust geleugnet werde.
Die Geschichte selbst sei die beste Lehrmeisterin, der Zeitzeuge der beste Geschichtslehrer; das Schicksal umfasse immer Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges. Somit lasse sich aus der Geschichte lernen, was es als Fehler und Verbrechen zu verhindern gelte. Neben diesem eher geschichtsphilosophischen Ansatz beeindruckte Perel vor allem durch die autobiographischen Zeitzeugenberichte, die sich an den Schicksalstagen der deutschen Geschichte orientierten und vom 30. Januar 1933 über die Nürnberger Rassegesetze von 1935 sowie die Kriegsauslösung am 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 erstreckten.
„Versteckt unter der Haut des Feindes“ habe er als Josef („Jupp“) Perjell zu jeder Zeit in der Todesangst gelebt, entdeckt zu werden, als jüdischer Junge unter seinen erklärten Todfeinden, zunächst als deutsch-russischer Dolmetscher in Polen, ab 1941 bis 1945 als „Hitlerjunge“ an der Akademie für Jugendführung der Hitlerjugend in Braunschweig. Beeindruckend, weil klar und ehrlich, beschreibt Perel, wie das Gift der NS-Weltanschauung auch ihn erreicht habe und ihn zu einem überzeugten Sozialdarwinisten und Bewunderer der arischen Rasse habe werden lassen. Allein der Aspekt, dass das jüdische Volk in Gänze vernichtet werden sollte, war für den jungen Sally inakzeptabel, auch wenn ihn seine seelischen Zerreisproben immer wieder aufs Neue packten und schüttelten.
„Du sollst leben!“ – die Abschiedsworte seiner Mutter im Ghetto von Lodz, die Sally und seinen älteren Bruder aus der unmittelbar drohenden Verfolgung retten sollten, haben letztlich auch dazu geführt, dass einer der letzten Zeitzeugen jener Jahre auch noch im gesegneten Alter von 92 Jahren Jugendliche zwischen 15 und 18 ohne jede Art von medialer Aufbereitung und Begleitung, allein durch seine beeindruckenden Schilderungen und ergreifenden Worte, erreichen und nachdenklich in den normalen Schulunterricht zurück entlassen kann – ein ganz besonders nachklingender Geschichtsunterricht als Erinnerungsarbeit am Gymnasium Melle schloss nach mehr als 90 Minuten mit langem und dankbarem Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer. 
Ulrich Look