Kontakt nach Melle in Frankreich vertieft

Melle in Frankreich und in Deutschland sind schon seit mehr als 50 Jahren über den Schüleraustausch und die Städtepartnerschaft miteinander verbunden. Zum zweiten Mal kamen kurz vor den Osterferien 13 französische Jugendliche vom Lycée agricole Jacques Bujault zum Besuch nach Melle. Damit hat das Gymnasium Melle neben dem Lycée Desfontaines in Melle noch einen weiteren Kontakt in seine französische Partnerstadt. Die Jugendlichen besuchten den Grönegau im Rahmen eines Erasmus+-Projekts, das von der Europäischen Union gefördert wird.

Die Atmosphäre war von Anfang an herzlich und voller Neugierde, auch wenn die Jugendlichen erst einmal „angestupst“ werden mussten, um Kontakte zu knüpfen und die Sprachbarriere zu überwinden. Der erste Begegnungstag steckte voller Aktivitäten rund um das Kennenlernen: Spielvormittag, eine Stadtrallye und abschließend ein Kegelabend mit einem gemeinsamen Abendessen.

Die französische Gruppe hatte sich gewünscht, die Stadt Melle besonders unter dem Aspekt Umwelt und Landwirtschaft kennenzulernen. Jeweils in den ersten Stunden den Schulvormittags besuchten die Gäste den Unterricht mit ihren deutschen Partnern, trafen die Bürgermeisterin Jutta Dettmann und erkundeten das Artenschutzhaus „SON“ in Melle, um dort praktische Beispiele des Artenschutzes in der Stadt kennenzulernen.

Die französischen Jugendlichen haben an ihrem Gymnasium den Ausbildungszweig „Natur und Umwelt“ gewählt und waren deshalb besonders an diesem Thema interessiert, deshalb stellte die Besichtigung des landwirtschaftlichen Betriebs von Familie Krüger-Degener in Eicken-Bruche ein Highlight der Woche dar. Familie Krüger-Degener stellte den Jugendlichen ihre Schäferei und ihre Tierschule vor. Die Jugendlichen waren besonders fasziniert von der Tiershow, bei denen die Krüger-Degeners Auszüge aus ihrer internationalen bekannten Tiershow präsentierten – und die Jugendlichen auch mit unterschiedlichen Tieren – wie Hunden, Pferden, Schafen und Ziegen interagieren konnten.

Die Austauschgruppe gestaltete gemeinsam den Klassenraum 109 im Gymnasium zu einem deutsch-französischen Fachraum um, indem sie mit ihren Austauschpartnern zusammen einen Garten der deutsch-französischen Freundschaft gestalteten. Am Abschiedsabend genossen die Jugendlichen bei einem gemeinsamen Grillabend die letzten Stunden.

Die 13 deutschen Gastgeberfamilien gaben sich offen und freundlich und zeigten den Gästen die Stadt und das Leben in ihren Familien. Der Gegenbesuch in Melle (F) ist für die Woche vom 2. bis zum 6. November 2026 geplant.

Découvertes de la France – Départ pour Melle

Der deutsch-französische Motor hat trotz aller Krisen den Geist doch noch nicht aufgegeben, wie eine mutige und entdeckungsfreudige Gruppe von zwölf SchülerInnen aus Jahrgang 10 und 11 bewies, als sie sich am 4. November 2024 gemeinsam mit Frau Muhle und Frau Decker auf den Weg nach Frankreich machten. Nachdem die Verspätungen der Deutschen Bahn die Gruppe zunächst halb tiefgefroren hatten, konnte diese letztlich durch die Aufregung über die Fahrt in der Pariser Metro und den komfortablen französischen TGV doch wohlbehalten und -temperiert im französischen Melle ankommen. Schon am Abend waren die ersten Kulturschocks zu verzeichnen: anderes Essen, Aufenthalt im Internat mit strengen Schließ-, Schlaf-, Weck- und Esszeiten … Quelle horreur?!

Aber unsere zwölf VertreterInnen des Gymnasiums ließen sich davon nicht entmutigen und stürzten sich am nächsten Tag direkt in die nächsten Herausforderungen. Nach einem sehr herzlichen Empfang durch den Bürgermeister und das Comité de Jumelage im Rathaus von Melle, ging es mit voller Energie in die Stadtrallye und kreative Arbeiten: Linoldruck, Schneiden von Filmen und Herstellung von Schlüsselanhängern und Aufklebern. Der Abend bescherte der Reisegruppe eine besondere Überraschung: Der prämierte deutsche Film „Das Lehrerzimmer“ wurde im Kino in seiner Originalfassung gezeigt, mit französischen Untertiteln. Quel soulagement! 😉

Eines der Highlights der Fahrt war die Tagesexkursion in die Hafenstadt La Rochelle am Atlantik, welche uns trotz nebeligen Wetters mit ihren pittoresken kleinen Gässchen zum ausgiebigen Shopping, der omnipräsenten StreetArt und dem bekannten Aquarium von ihrem Charme überzeugte. Quelle expérience!

Da der Austausch mit dem landwirtschaftlichen Gymnasium Lycée agricole Jacques Bujault erfolgte, hieß es am nächsten Tag Arbeitskleidung an: Die SchülerInnen halfen bei den diversen Aktivitäten des zum Lycée gehörenden Bauernhofes: Tiere füttern, Käse und Joghurt aus Ziegenmilch herstellen und als besondere Erfahrung Traktor fahren. Mit dem Besuch bei einer Schafzüchterin und der ortsansässigen Brauerei frischten die SchülerInnen ihre Biologie- und Chemiekenntnisse auf. Quelle chance?!

Abgerundet wurde dieser Tag mit einem gemeinsamen Essen im berühmten „Café du Boulevard“.
Une soirée vraiment conviviale!

Schon am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von den correspondants.

Was nahmen die SchülerInnen mit?
Viele interessante Begegnungen mit netten Menschen.
Einblicke in die französische Kultur (Essen, Höflichkeit, Internatsleben).
Die Erfahrung, nicht perfekt sprechen zu müssen, um verstanden zu werden.
Die Erfahrung, dass man überlebt, auch wenn Dinge nicht den eigenen Gewohnheiten entsprechen.
… dass Spiele wichtig für die Gemeinschaft sind (Uno!)
Und vermutlich einiges mehr …;-)

Der Abschied von unseren französischen Freunden wurde versüßt durch die Aussicht, einen Tag in Paris zu verleben. Auch wenn der Ausblick vom Tour Montparnasse durch graue Wolken getrübt wurde, so hat der Rundgang an der Seine von Notre-Dame über den Louvre bis zur Fontaine St. Michel gereicht, um die SchülerInnen in den Bann der französischen Hauptstadt zu ziehen. Beladen mit vielen neuen Eindrücken und Souvenirs machten wir uns auf die Rückreise in das heimatliche Melle, das fast nicht alle TeilnehmerInnen und Koffer erreicht hätten…. Aber das sollen sie selbst berichten! 😉

Kurzum: C’était une semaine fantastique! A répéter!

Für die Gruppe
Katherina Decker